Mittwoch, 24. Juni 2015

Premium Test - Staubsaugroboter Samsung Navibot SR8980

Liebe Leser,
dies ist der erste umfangreiche Testbericht auf Wunderwuzzi.eu. Ich habe mir den Samsung Navibot SR8980 mit Absaugstation zur Brust genommen und möchte die Erfahrungen die meine bessere Hälfte und ich damit gemacht haben mit euch teilen.

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Lieferumfang:
Der Navibot SR8980 wird mit folgendem Zubehör geliefert:
  • Absaugstation
  • Zwei Virtual Walls (zum Bereich sperren/abgrenzen; aber ohne die benötigten Mono D Batterien)
  • Ausgedrucktes Handbuch (sehr minimalistisch)
  • Handbuch auf DVD (kann man bei Samsung auch herunterladen)
  • Ersatz-HEPA-Filter für den Saugroboter
  • Fernsteuerung (inkl. 2x AAA-Batterien)
  • Reinigungspinsel/stange
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Funktionsweise:
Anders als seine Konkurrenten den Roombas, arbeitet der Navibot nicht nach dem Chaosprinzip. Er fährt die zu säubernden Räume systematisch in Schlangenlinien ab und passt seine Route den Hindernissen denen er begegnet entsprechend an. Zusätzlich scannt der SR8980 die Zimmerdecke mit Hilfe einer Kamera und merkt sich markante Punkte des Raumes. Dadurch soll die Navigation durch die Wohnung besser funktionieren.
Es gibt verschiedene Reinigungsmodi:
  • Auto (Geräuschentwicklung mittel, entspanntes Fernsehen nur möglich wenn er nicht gerade im selben Raum saugt)
    • In diesem Modus fährt der Sauger solange durch die Wohnung bis er meint alles erledigt zu haben. Danach geht es zurück zur Basis wo der gesammelte Dreck automatisch in den Staubbehälter der Station gesaugt wird. Nebst wird die Hauptbürste grob gereinigt. Der Absaugvorgang an der Station dauert ca. 3-4 Minuten und reiht sich lautstärkentechnisch in den akustischen Bereich normaler Staubsauger.
  • Turbo (eher recht laut)
    • Funktioniert wie der Auto Modus, nur mit verstärkter Saugleistung und dadurch mehr Akkuverbrauch.
  • Spot
    • Reinigt nur einen bestimmten Bereich auf dem sich der Saugroboter gerade befindet (ca. 1,5m²).
  • Max
    • Funktioniert wie der Auto Modus, mit dem Unterschied, dass der Navibot solange saugt bis er den Befehl bekommt aufzuhören. Sollte in der Zwischenzeit der Staubbehälter voll werden oder der Akku zur Neige gehen wird er automatisch die Station aufsuchen und danach seine Arbeit fortsetzen.
  • Dust Sensor
    • In diesem Modus erkennt der Roboter stellen mit besonders viel Schmutz und reinigt diese dann intensiver (erhöht die Saugleistung und dreht ein paar Extraschleifen).
  • Manuell
    • Damit kann man den Roboter per Fenrbedienung selbst steuern.
Der Navibot SR8980 hat sieben programmierbare Zeiten (eine pro Wochentag). Man kann theoretisch den Roboter also jeden Tag zu einer anderen Uhrzeit seine Arbeit verrichten lassen. Wir haben den Roboter aber immer nur manuell zur Arbeit geschickt, nachdem wir die Wohnung für ihn vorbereitet hatten – aber mehr dazu später.

Wie schon erwähnt wird der Roboter an der Station nach oder während der Arbeit grob gereinigt. Der Inhalt aus dem Staubbehälter des Roboters wird in die Station gesaugt und die Hauptbürste wird mit einer Art Kamm auf der Stationsplatform von Haaren und Staub befreit. Dies funktioniert soweit ganz gut – nur lange Haare, die sich um die Hauptbürste gewickelt haben muss man früher oder später selbst entfernen. Auch die Absaugung erwischt nicht 100% des Drecks – “schwerere” Teile werden nicht immer abgesaugt. So müssen wir alle paar Tage den Staubbehälter des Roboters selbst entleeren, da zB. eingesammeltes Katzenstreu nicht zuverlässig abgesaugt wird.

Steuerung:
Die Steuerung des Navibot erfolgt über drei Touch-Knöpfe direkt am Gerät oder mit Hilfe der Fernsteuerung. Der Hauptschalter des Roboters befindet sich auf der Unterseite. Auch die Station lässt sich komplett ausschalten.

Navigation:
Der Navibot fährt die Wohnung in Schlangenlinien ab. Eine Kamera scannt dabei die Zimmerdecke und so merkt sich der kleine Helfer auffällige Punkte im Raum – so die Theorie. Im Großen und Ganzen scheint das auch in der Praxis ganz gut zu funktionieren. Hin und wieder braucht er für einen ca. 60m² großen Anteil unserer Wohnung doch ca. >60 Minuten bis er meint alles erledigt zu haben. Aber dann war es wenigstens auch recht gründlich. Außerdem muss man noch dazu sagen, dass unsere Wohnung sehr verwinkelt ist. Zwar habe ich gelesen, dass er sich schwerer tut, wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind, aber ich konnte keinen signifikanten Unterschied merken.
Dünne Objekte (Sesselbeine) erkennt der Roboter manchmal nicht und fährt dagegen. Aber das empfand ich nicht als schlimm. Scheinbar dürften die IR-Sensoren auch mit glänzenden und dunklen Oberflächen zu kämpfen haben. In den meisten Fällen funktionieren sie aber gut.
Zu seiner Station findet der SR8980 eigentlich (fast) immer problemlos zurück. Obwohl die Zusatzrampe für die Station eigentlich für Teppiche gedacht ist, haben wir diese auch auf unserem Laminat an der Station als Auffahrhilfe montiert. Beim Auffahren auf die Station hatte unser Roboter bisher nie Probleme.
Das wiederfinden der Station ging meisten auch ganz gut. Ein- oder zweimal wollte er die Station nicht mehr wiederfinden. Das waren aber Putzgänge, wo wir ihn weit weg von seiner Station mal aus einer misslichen Lage befreien mussten. Und dabei muss der Roboter gänzlich ausgeschaltet werden. Wenn er nach dem Wiedereinschalten dann nicht in die Nähe seiner Station kommt hat er keinen Dunst wo die sein könnte.
Ein Punkt der mich tierisch ärgert ist, dass der SR8980 seine eigene Station gerne rammt und verschiebt. Zwar hindert ihn das nicht später trotzdem problemlos “einzuparken”, aber es nervt wenn man ihm dabei zusieht wie er sinnbefreit seitlich über die Stationsrampe fährt und das Ding durch mehrmalige Auffahrversuche (nicht Parkversuche) verschiebt. – Dies kommt aber interessanterweise nur vor, wenn er nach einiger Zeit des Putzens wieder in den Raum mit der Station zurückkommt. Denn kurz nachdem man ihn auf eine Runde schickt und er seiner Station dabei wieder begegnet, erkennt er diese und umschifft sie deutlich und großzügig. Scheinbar ist sein Gedächtnis nicht auf langlebige Erinnerungen ausgelegt.

Wenn man den Roboter in einem separaten Raum abstellt, startet und die Türe zumacht, fährt er den Raum ab, bis er meint seine Arbeit erledigt zu haben. Und da er seine Station nicht findet, fährt er einfach wieder an seinen Ausgangspunkt zurück und legt sich schlafen.

Saugleistung:
Der kleine Sauger arbeitet auch im normalen Modus recht ordentlich. Zumindest auf glatten Flächen (Laminat, Parkett und Fliesen). Staub, Katzen- und Menschenhaare werden problemlos eingesaugt. Ebenso inhaliert er Katzenstreu ohne Schwierigkeiten. Die beiden Bürsten arbeiten fleißig und erreichen meistens sogar die Kanten zwischen Boden und den Wänden ganz gut. In den Ecken ist er nicht 100% erfolgreich. Aber ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Man muss jedenfalls mit einem Handstaubsauger an neuralgischen Stellen nochmals nachhelfen.
Gerade als Tierhalter kann ich aber sagen, dass der Saugroboter eine Verbesserung bringt. Sofern man ihn wirklich mindestens jeden zweiten Tag seinen Job erledigen lässt. Durch seine geringe Bauhöhe kommt er auch unter die meisten Möbel (zB. unters Sofa, wo genug Staub zu finden ist).
Auf Teppichen haben wir ihn nicht wirklich getestet.
 
Fallen:
Ich habe keinen Vergleich zu anderen Saugrobotern aber ich kann mir denken, dass folgende Punkte auf 98% aller Geräte dieser Art zutreffen. Natürlich kann ich folgendes nur dem Navibot anlasten, da er bei uns im Einsatz ist.
Der SR8980 tut seinen Job recht gut – aber die ersten paar Saugläufe sollte man unbedingt dabei bleiben. Natürlich weiß man, sofern man sich im Vorfeld etwas informiert, dass man für einen Saugroboter möglichst nichts rumliegen lassen sollte. Die Wohnung muss vor dem Saugen etwas vorbereitet werden. Bei uns heißt das: Kabel richtig verlegen, Sessel hoch, Katzenspielzeug weg, Vorhänge hoch, leichte Teppiche ausschütteln und vom Boden entfernen, die ein oder andere Stelle “abhängen” oder mit Virtual Walls schützen und nicht zu vergessen… Katzenschüsseln und Trinknäpfe wegräumen.
Es gibt fast nichts wo sich der Roboter nicht in Probleme manövrieren kann. Und hat man wirklich alles weggeräumt, findet er mit Sicherheit eine neue Möglichkeit sich “aufzuhängen”. Die Lernphase für uns als “User” dauerte ungefähr drei Tage. Dann hatten wir alle Problemstellen durch. Seither arbeitet der Navibot ohne Probleme. Ich sage es gleich… bis zu dem Zeitpunkt fragt man sich ab und an was man sich mit dem Gerät eigentlich angeschafft hat.
An dieser Stelle möchte ich auch gleich noch die Virtual Walls erwähnen. Diese sollten mit Mono D Batterien bestückt werden, ich habe mir aber Adapter für Mono D auf AA besorgt und betreibe die Dinger mit eben diesen Mignon-Batterien. Zur Lebensdauer der Batterien kann ich noch nichts sagen. Die Walls funktionieren gut – man kann sie nach Wunsch einfach per Knopfdruck ein- und ausschalten. Entgegen der Meinung einiger Rezensenten auf diversen Portalen geben die Walls keine kreisrunden Signale ab. Aber eben auch keine gerade Absperrung, wie es uns Samsung in den Werbefilmchen weismachen möchte. Die Signalsperre verteilt sich eher in einem Kegel vor der Wall (siehe Beispielbild unterhalb). Wenn man dies berücksichtigt kann man die Wall etwas schräg positionieren um die gerade Abgrenzung zu erhalten.

Kegelförmige Ausbreitung des Virtual Wall-Signals
Kegelförmige Ausbreitung des Virtual Wall-Signals

Wartung:
Auch hier fehlt mir leider der direkte Vergleich zu anderen Saugrobotern. Aber nach Rücksprache mit meinem Roomba 780-Kollegen konnte ich mir ein Bild über die Vor- und Nachteile machen. Der größte Unterschied zu den meisten anderen Saugrobotern ist natürlich die Saugstation. Hier die Vorteile… aber ich beginne mit dem einzigen “großen” Nachteil:
Minus:
  • Die Saugstation ist im Vergleich zu normalen Stationen fast schon riesig; und da sie relativ frei stehen sollte um gut mit dem Roboter zusammen zu arbeiten sticht das schwarze sperrige Ding unangenehm ins Auge und braucht viel Platz (links u. rechts 0,5m Freifläche, davor 1m Freifläche)
Plus:
  • Die Station saugt den Dreck des Roboters in den großen Stationsbehälter; wir reinigen den Roboterbehälter zusätzlich einmal pro Woche. Bisher mussten wir den Stationsbehälter noch nicht entleeren (ca. 11 Tage bisher – siehe Bild unten) – aber es wird wohl bald soweit sein.
  • Die Hauptbürste des Roboters wird auf der Station ebenfalls gereinigt; dies funktioniert insofern gut, da Tierhaare und Staub von der Bürste  heruntergekehrt und gleich abgesaugt werden. Leider funktioniert das nicht bei langen Menschenhaaren – diese wickeln sich nämlich wunderbar auf der Hauptbürste auf. Aber auch hier reicht eine wöchentlich einmalige Wartung der Hauptbürste.
Wie es sich bei uns derzeit verhält wird eine Wartungseinheit am Roboter alle 1-2 Wochen ausreichen. Dabei entleere ich den Staubbehälter des Roboters und evtl. den der Station. Außerdem wird die Hauptbürste gereinigt und der gesamte Roboter, der besonders auf der Unterseite (fein)staubig ist mit einem normalen Sauger abgesaugt und feucht gewischt. Auch die Sensoren sollten dabei entstaubt werden.

Den eingebauten Filter im Roboter abzusaugen schadet dabei auch nicht. Den Filter der Saugstation wird man nicht so oft reinigen müssen. Zumindest war dies bei uns noch nicht der Fall.

Hauptbürste mit Haaren umwickelt - da hilft nur selbst reinigen!
Hauptbürste mit Haaren umwickelt – da hilft nur selbst reinigen!
Staub und Dreck nach den ersten 11 Tagen
Staub und Dreck nach den ersten 11 Tagen
Fazit:
Unser Navibot SR8980 (von uns aufgrund seiner Form und den lustigen Seitenbürsten liebevoll Krebsi genannt) gefällt uns sehr gut. Anfangs hatten wir etwas Bedenken, da er sich erstaunlich oft in missliche Lagen gebracht hat, wo man sich nur auf die Stirn greifen konnte. Da fragte man sich schon hin und wieder “Und dafür habe ich ein paar hundert Euro ausgegeben?!”. Aber wenn man die Tücken der Wohnung kennt und entsprechend entschärft ist es eine Freude ihn zu besitzen. Wo wir früher 1-2 mal die Woche gesaugt haben, saugt unser Navibot nun fast täglich. Einfach alle Fallen entfernen, auf Start drücken und je nach Quadratmeter- und Zimmeranzahl braucht er bei uns zwischen 30 und 60 Minuten bis er in die Station zurückfährt, sich entleert und wieder schlafen geht. Als Tierhalter spürt man seine Anwesenheit auf jeden Fall deutlich. Nur an Stellen an die der Roboter gar nicht kommt muss man kurz mit dem Handstaubsauger drübergehen.

Seit wir den SR8980 haben, haben wir den normalen Staubsauger nur zur Reinigung des Navibot herausgeholt. Bei der Gelegenheit habe ich noch die Teppiche abgesaugt, die wir ansonsten immer ausschütteln und weglegen bevor wir den Roboter seinen Job machen lassen.

In gewisserweise ist so eine Saugroboter eine Spielerei. Aber hey, mir machts Spaß. Und das hätte ich sonst vom Staubsaugen nie behauptet. Wer also das Geld für diesen Luxus aufbringen kann und möchte und sich bewusst ist, dass man seine Wohnung Roboter-Sicher machen muss, damit das Ergebnis stimmt, dem möchte ich ein solches Gerät keinesfalls ausreden.

Gesagt sei aber, dass ich persönlich die Technik noch nicht zu 100% ausgereift finde. Ich bin sehr gespannt wie sich diese Geräte in der Zukunft weiterentwickeln. Sehr gerne würde ich den Ecovacs Deebot D79 testen. Der klingt recht vielversprechend.

Ich hoffe der Test ist für den einen oder anderen zukünftigen Saugroboter-Besitzer hilfreich gewesen. Ich würde mich über Kommentare freuen. Auch Fragen beantworte ich euch gern.

Wertung: 4 von 5 Wunderwizzis


Samsung SR8980 NaviBot S
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